Portrait von Thomas Flückiger


Privat:
Zwinglistrasse 28
8004 Zürich
Telefon: 044 241 91 31
E-Mail: shoreline@vtxmail.ch

Beruflicher Werdegang:

Berufsausbildungen:

1983- 1987

Möbelschreiner, Lehrwerkstatt für Möbelschreiner, mit Berufsabschluss
1990- 1992 Florist, mit Berufsabschluss
2002- 2006 Pflegefachmann mit Diplomniveau II
2007- 2010 Ausbildung in Supervision und Organisationsentwicklung wpi

Berufliche Tätigkeiten:

1987- 1988

Schreiner
1988- 1989 1 Jahr Aufenthalt in Amerika zur Betreuung eines schwer behinderten Knaben
1994- 1995 Verkäufer
1997- 2001 Flight Attendant bei der Swissair
2001- 2002 Selbständig Erwerbender in meinem Blumencafe
seit 2006 Pflegefachmann im Spital Männedorf


Lebenslauf:

Geboren am 21. März 1966 in Thalwil, aufgewachsen in Richterswil, verlebte ich meine Jugend in einer typischen Mittelstandsfamilie, zusammen mit einem um zwei Jahre älteren Bruder und einer um fünf Jahre jüngeren Schwester. Meine Mutter versorgte das Haus und mit viel Leidenschaft den grossen, üppigen Gemüse- und Blumengarten. Mein Vater verdiente das Geld als Büroangestellter. Unser Familienleben wurde stark durchgeschüttelt, als mein Vater, knapp fünfzig jährig, an einem Herzversagen unverhofft verstarb.

In der Schule war ich schwach im Rechnen und schwach im Schreiben, ein typischer Legastheniker, wie man feststellte, und bei bestimmten Gelegenheiten spüre ich noch heute das Brennen der alten Narben aus dieser Zeit. Meine Stärken dagegen waren das Handwerkliche und das Kreative, und ich war mit einem ausgeprägten Vorstellungsvermögen beschenkt worden. So lag der Entscheid, Möbelschreiner zu werden, auf der Hand. Ich hatte das Glück, in einem guten Lehrbetrieb ausgebildet zu werden und konnte Möbel in bester Qualität und mit viel Liebe und Sorgfalt herstellen.

Nach der Ausbildung zog es mich in die grosse, weite Welt hinaus. Ohne Englischkenntnisse reiste ich nach Kalifornien, um einen schwerst behinderten Knaben zu betreuen. Am Anfang war ich in jeder Hinsicht überfordert, und nur dank einer äusserst liebenswerten Gastfamilie stand ich diese schwere Anfangszeit überhaupt durch. Die Liebe zu Kalifornien und im speziellen zu San Francisco blieb bis zum heutigen Tag.

Wieder zurück in der Schweiz, realisierte ich schnell, dass die Arbeit in den üblichen Schreinereien nicht meinen Vorstellungen entsprach. Aus dem Wunsch heraus, kreativer tätig zu sein, entschloss ich mich dazu, noch die Ausbildung zum Floristen zu machen. Nach deren Abschluss zog es mich, mit meinem damaligen Freund, erneut nach San Francisco. Ich wollte ihm diese schöne, mir so sehr ans Herz gewachsene Stadt zeigen. Wir verbrachten eine nicht immer einfache, aber doch intensive, interessante und unvergessliche Zeit zusammen, verdienten etwas Geld mit Gelegenheitsjobs und unternahmen ausgedehnten Reisen quer durch Amerika.

Kaum zurück in der Schweiz schlichen sich die alten Zweifel wieder ein, und ich fragte mich erneut, was ich denn wirklich im Leben möchte, was meine Berufung ist? Auch als Florist hatte ich noch nicht das Gefühl, wirklich angekommen zu sein. So tat ich etwas, was mir angesichts meiner als traumatisch empfundenen Schulzeit besonders viel Mut abverlangte: Ich holte das Französisch nach mit dem Wunsch, Flight Attendant zu werden. Ich reiste ins Bordeaux und erlernte diese für mich so schwierige, fast enigmatische Sprache – und erreich-te mein Ziel tatsächlich, worüber ich noch heute in grenzenloses Staunen gerate: Ich wurde ins Chor der Flight Attendants aufgenommen. Eine für mich reiche, unbeschwerte und unvergessliche Zeit begann! Die Welt lag mir buchstäblich zu Füssen!

Nach knapp fünf Jahren erfüllte ich mir meinen Traum und eröffnete mein eigenes kleines Blumengeschäft. Ich dachte, jetzt besteige ich noch das letzte Stück zum Gipfel – Ich, mein eigener Chef! Leider verwandelte sich der Traum sehr bald in einen Albtraum. Ich war völlig überfordert, hatte keine Zeit mehr für meine Freunde, fühlte mich einsam, arbeitete von früh bis spät in die Nacht, und durch den finanziellen Druck war ich bald in einem Strudel sich immer drehender Sorgen. Die anfänglichen rosaroten Wölkchen verwandelten sich in dunkel-graue Gewitterwolken. So trat ich die Flucht nach vorne an und gab mein Blumencafe schweren Herzens wieder auf. Es blieb mir nur die Neuorientierung, eine Rückkehr zur Swissair war verbaut, da inzwischen das „Grounding“ Gesprächsthema geworden war.

Ich machte eine Ausbildung zum Pflegefachmann, mit der Idee, Zwischenmenschliches mit Handwerklichem zu verbinden. Auch finanziell war dies einer der wenigen Wege, die für mich noch begehbar schienen. Zurzeit arbeite ich als Pflegefachmann auf einer medizinischen Abteilung im Spital Männedorf und durchlebe die rasanten und manchmal beängstigenden Veränderungen im Pflegealltag.

Was mir wichtig ist:

Ich denke, mein Lebenslauf hat mich geprägt – und die Suche ist noch nicht beendet! Mein Leben ist durchwirkt von einem Suchen, vom tief empfundenen Wunsch oder besser: Drang, immer wieder neue Wege zu beschreiten. Ich möchte mich mit meiner Tätigkeit voll identifizieren, zu ihr ganz ja sagen können, mit dem, was ich tue, ganz eins sein. Vom handwerklich Kreativen bewege ich mich langsam auf das gedanklich Kreative zu. Es ist mir wichtig, immer wieder neue Hürden in Angriff zu nehmen, mich dabei aber nicht festzubeissen. Heute wird mir das Spirituelle immer wichtiger, das Feinstoffliche, das Unsichtbare, das Absichtslose, das Zwischenmenschliche. Im Büchlein „ZEN - In der Kunst des Bogenschiessens“ stachen mir folgende Zeilen ins Auge:

„Die rechte Kunst“, rief da der Meister aus, „ ist zwecklos, absichtslos! Je hartnäckiger Sie dabei bleiben, das Abschiessen des Pfeiles erlernen zu wollen, damit sie das Ziel sicher treffen, um so weniger wird das eine gelingen, um so ferner das andere rückt. Es steht Ihnen im Wege, dass sie einen viel zu willigen Willen haben. Was sie nicht tun, das, meinen sie, geschehe nicht.“

Das ist mir heute sehr wichtig, damit setze ich mich auseinander.

Wichtig ist mir auch die Beziehung zu meinem Freund. Ich sehe mich als Beziehungsmensch, schätze den Austausch und das Vertrautsein mit ihm. Neben der Nähe brauche ich aber auch immer wieder Distanz, sie lässt mich erst die Schönheit und den Reichtum in unserer Beziehung erkennen. Ich schätze es, dass wir als Männerpaar in einer toleranten Zeit leben dürfen und unsere Liebe nicht mehr verstecken müssen. Zusammen wandern wir oft, und geniessen die Natur, die Berge und das Wasser. Zu zweit oder mit Freunden verbringen wir oft die Abende zu Hause, bei Kerzenschein, bei einem selbst gekochten Essen und einem guten Glas Wein und diskutieren bis weit in die Nacht hinein.

Was ich zu bieten habe:

Die Ausbildung zum Supervisor und Organisationsentwickler beim wpi empfinde ich bis anhin als grosses Geschenk. Oft werde ich wieder mit meinen alten Mustern aus der Schulzeit konfrontiert, die alten Prägungen sitzen tief. Ich muss mich immer wieder auf diese für mich neue Art des Lernens einlassen und dabei staunen und mir eingestehen: Es ist schon alles da, was ich brauche! Meine vergangenen, manchmal schmerzhaften Erfahrungen haben mich sensibel und achtsam gemacht. Das nehme ich heute als Ressource mit, zusammen mit einem Füllhorn an Lebenserfahrungen aus den verschiedensten Berufen und Lebenssituationen.

Und das, denke ich, macht mich stark und bereit, anderen zu helfen: Ich kann mich gut in Menschen und deren Schicksale einfühlen, da ich selber durch meine reiche Lebenserfahrung viele Aspekte kenne lernen durfte. Mein eigenes ebenso reiches wie turbulentes Leben hat mich befähigt, andere Menschen in ihren Entwicklungsschritten zu begleiten, sie zu unterstützen und durch gezielte Fragen zu den Antworten zu führen, die vor ihren Augen liegen und doch noch nicht zu sehen sind. Ich wünsche mir ehrliche Beziehungen zu Menschen, die sich durch meine offene Art angesprochen fühlen. Den Weg muss jeder selber gehen, doch durch Begegnungen mit Menschen wird man bereichert, es wird so manches einfacher und klarer, neue Tore gehen auf, und das Leben erscheint in einem neuen Licht.