Portrait von Barbara Klemm
Supervisorin, Coach und Organisationsentwicklerin wpi

Sachbearbeiterin und Buchhalterin in einer Liegenschaftenverwaltung in Zürich

Sozialpädagogin und ehemalige Co-Stellenleiterin in einer Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen im Kanton Zürich

Natel +41 79 291 77 27
bklemm@cone.ch



Aufgewachsen bin ich in Zürich–Nord, in einem Weder Fisch noch Vogel-Quartier am Zürcher Stadtrand, zusammen mit meiner vier Jahre älteren Schwester und meinen Eltern. Nach sechs Jahren Primarschule versuchte ich mich im Gymnasium. Der Wunsch, das Gymnasium zu besuchen, entstand weder aufgrund von besonders guten Noten noch einer spezifischen Berufsvorstellung, sondern dank dem hübschen Nachbarsjungen, der ebenfalls diese Schule besuchte (oftmals sind es von aussen nicht sofort ersichtliche Gründe, die einem dazu bewegen, etwas zu tun bzw. nicht zu tun..). Diese Motivation alleine hat dann doch nicht gereicht – meine reguläre Schulzeit habe ich in der Sekundarschule beendet.

Die grosse Frage nach der Lehre, nach dem Beruf, den man dann mal ausüben möchte, stellte sich mir wie bei all meinen MitschülerInnen bereits im jungen Alter von fünfzehn Jahren. Nach einem kurzen Ausflug in die Welt der DekorateurInnen machte ich mich auf die Suche nach einer Lehre als kaufmännische Angestellte. Die Wahl des passenden Lehrbetriebs fällte ich aufgrund meines Geruchssinns. In der Nähe stand einen Kaffeerösterei, der Duft des gerösteten Kaffees begleitete mich sowohl während des Bewerbungsgespräches als auch während den folgenden drei Jahren meiner Banklehre (die verschlungenen Wege der Entscheidungsfindung...).

Während meiner Erstausbildung habe ich weniger über das Bankenwesen als über die Abläufe im zwischenmenschlichen Zusammenspiel gelernt, und speziell, wie man sich als junge Frau in einer Welt von Erwachsenen mit einem gewissen Mass an Würde bewegt. Ich durfte ausprobieren, wie man genervte MitarbeiterInnen wieder besänftigt und aufmuntert, stellte mich an den Freitag Nachmittagen gerne meinen erwachsenen KollegInnen als Gesprächspartnerin zur Verfügung und erfuhr, was Erfolgserlebnisse, Verantwortungsübernahme und Kollegialität bedeuten.

Nach meiner Erstausbildung und aufgrund der etwas anders gelagerten Interessen entschied ich mich für einen neuen Beruf. Ich absolvierte einige Praktikas in Heimen für Kinder und Erwachsene mit einer geistigen Behinderung und schloss fünf Jahre später meine Ausbildung in Sozialpädagogik ab. Seither arbeite ich im Teilzeitpensum in beiden gelernten Berufen – teils bringe ich beide Tätigkeitsfeldern unter einen Hut, wie während meiner Anstellung als Co-Stellenleiterin in einer Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen im Kanton Zürich, teils widme ich mich ein paar Jahre nur dem einen Berufsfeld, wie aktuell als Sachbearbeiterin/Buchhalterin in einer Liegenschaftenverwaltung.

Noch während meiner Ausbildung in Sozialpädagogik wurde ich Mutter von zwei Mädchen und zehn Jahre später von einem Jungen. Unsere Kinder, mein Partner, mein Ex-Partner, dessen Partnerin, ihr gemeinsames Kind – wir alle leben in einem Patchwork-Familiensystem* bzw. in  mehreren, sich zum Teil überschneidenden und zum Teil klar getrennten Untergruppen. Während acht Jahren des Probierens und Ringens, sich in diesem System zurecht zu finden, habe ich – und auch alle anderen Beteiligten – viel erlebt, gewonnen und gesehen: Vielfalt, erfüllte und unerfüllte Erwartungen, Lebendigkeit, Desillusionierung, Anpassung ans Gegebene, Frust und Freude. (*Und immer noch bin ich auf der Suche nach einem Ausdruck für diese Form des Zusammenlebens, der weniger nach Flickenteppich klingt...)

2007 habe ich mich auf den abenteuerlichen, intensiven und sichterweiternden Weg meiner Ausbildung als Supervisorin und Organisationsentwicklerin am wpi in Altdorf bei Kari Aschwanden gemacht, die ich nach drei Jahren des zirkulären und horizontalen Lernens und Lehrens im August 2010 abschloss. Bereits während dieser Ausbildung übernahm ich einzelne Aufträge im Bereich der Einzelberatung und der Teamentwicklung und -beratung. Unter anderem begleitete ich einige Teams während ihrer Retraiten zu Themen rund um Werte und Normen.

Meine unterschiedlichen Berufe – Supervisorin, Sachbearbeiterin/Buchhalterin und Sozialpädagogin - werde ich auch in Zukunft neben- und miteinander ausüben. Die Abwechslung hilft mir, immer wieder die manchmal nötige Distanz herzustellen, um Situationen in ihrer Komplexität wahrnehmen zu können.

Bei meiner Arbeit ist mir das Mehr ein wichtiges Anliegen...
Mehrschichtigkeit und Mehrsichtigkeit, aufspüren von mehreren Lösungen und Wegen, Grenzen ausloten, der Frage nachgehen: Was noch?

...aber auch das Weniger...
Entscheidungen treffen, Fokussieren, Grenzen respektieren, der Frage nachgehen: Was nicht?

...und die Anerkennung von Weder Fisch noch Vogel.
Es darf durchaus auch mal beides zusammen oder keins von Beiden sein.

Ich biete Einzel- und Gruppensupervision,Teamentwicklung und Teamberatung an, aufgrund meiner beruflichen Erfahrung sowohl im Bereich sozialer Berufe als auch profitorientierter Organisationen.

Ausserdem hätte ich Lust, mit anderen Interessierten den Themen rund um Patchwork-Familien nachzugehen, Fragen hierzu auch aus dem systemischen Blickwinkel zu betrachten und gemeinsam nach Unterstützungsmöglichkeiten für neue und schon länger erprobte Patchworkfamilien zu suchen.